Die Eishexe - Camilla Läckberg

Camilla Läckberg, Die Eishexe. Kriminalroman. List, 2018, 745 S., Eur 20,60

Camilla Läckberg ist bekannt dafür die Spannung in ihren Krimis noch zu erhöhen indem sie sich parallel an mehreren Handlungssträngen entlang arbeitet. In diesem, ihrem aktuellsten Krimi,

sind es fast ein paar zu viel. Sie spannt den Erzählbogen auf über 700 Seiten von Mittelalterlicher Hexenverfolgung bis zu aktuellen Flüchtlingsthemen, von einem aktuellen Kindesmord bis zu Mobbing in einer Schule, das im Drama endet. Unbestreitbar ein gewohnt guter Läckberg-Krimi,

aus dem sie ruhig zwei hätte machen können.

   
Böse Samariter

Constanze Denning, Böse Samariter. Ein Fall für Alma Liebekind. Wien-Krimi. Haymon, 2017, 333 S., Eur 12,95

Die toughe Psychiaterin Alma Liebekind hat in allen Bereichen die Hosen an: Sie ist  im  besten Alter und führt eine erfolgreiche Praxis in Wien Alsergrund. Die Nächte lässt sich die schlagfertige Lady von ihrem knackigen Toyboy Michael versüßen. Alma hat nur ein Problem: Sie ist notorisch neugierig. Mit Vorliebe mischt sich die Wienerin in die Kriminalfälle der befreundeten Kommissarin Erika ein. Als dann zu Silvester nach dem Erklingen der Pummerin und dem Knallen der Korken vor ihren Augen ein Mann stirbt, sieht Alma ihre große Chance gekommen: Zusammen mit Michael und ihrer anhänglichen Mutter begibt sie sich auf Verbrecherjagd in Wien …
Eine erste Verdächtige im Mordfall Beat Barkes ist rasch gefunden: Seine Ex-Frau soll ihn umgebracht haben. Diese Lösung ist Alma zu einfach. Schnell wird klar: Hinter dem Schein des Ermordeten verbirgt sich mehr als der hilfsbereite Krankenpfleger, der er vorgab zu sein. Beat Barkes bewegte sich vor seinem Tod nämlich im Umfeld eines dubiosen Sterbehilfevereins, der sich das Wohlergehen seiner unheilbar kranken Schützlinge auf die Fahnen geschrieben hat. Aber meinen es die Mitglieder wirklich so gut? Oder ist alles nur ein mörderisches Unternehmen, um an Geld zu kommen? Alma Liebekind lässt nicht locker. Droht ihr psychologischer Spür-sinn sie am Ende etwa geradewegs in eine gefährliche Falle zu führen?

Bisher habe ich um Wien-Krimis einen großen Bogen gemacht, die eigene Stadt beschrieben zu bekommen hatte wenig Anreiz. Ich gebe zu, diesmal war es in erster Linie das rot-schwarze Cover das mich eine Ausnahme machen lies. Den Umschlag-Designern sei Dank! Der Krimi der Österreichischen Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie fesselt von der ersten Seite an! Und es gibt viel worüber sie zu berichten hat und das dem Buch einen Suchtfaktor verleiht - die lebensfrohe Alma, die sich ganz offen zu ihrem Toyboy bekennt, ihre dominante dynamische Mutter, die ihr die Praxis managt, ihre beste Freundin, die Kommissarin und das ganze Netzwerk an ihr ergebenen Männern. Spannung und Power pur. Der Must-read-Krimi des heurigen Herbstes!!

Ach ja, am 8.11. findet um 18.30 bei Thalia Mariahilferstraße eine Lesung mit der Autorin statt!

   
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Constanze Dennig, Eingespritzt. Alma Liebekinds 2. Fall. Ein Wien-Krimi. Amalthea, 2015,

288 S., Hardcover, Eur 19,95

Eine junge Turnusärztin stirbt im Wiener Allgemeinen Krankenhaus ohne ersichtlichen Grund – und das auch noch im Nachtdienst. Alma Liebekind, Psychiaterin mit einem Faible für mysteriöse Todesfälle, kann es nicht lassen – sie muss das Geheimnis klären, auch wenn die Polizei eine natürliche Todesursache vermutet. Ihre neugierige Mutter steht ihr bei diesem Unterfangen wieder tatkräftig zur Seite – mit wie immer ungewöhnlichen Strategien.

Bald gibt es heiße Spuren: Hat das Verschwinden der Leichen zweier junger Frauen aus der Pathologie etwas damit zu tun? Die Suche nach Indizien und einer entflohenen Gift-schlange treibt Mutter und Tochter bis nach New York.

Auch in ihrem zweiten Fall muss Alma alle Register ziehen. Vieles ist anders, als es scheint. Denn die Lüge ist nur die Rückseite der Wahrheit …

Auch in ihrem 2. Wien-Krimi scheut Alma kein Risiko, um ein Verbrechen aufzuklären, das anfangs nur sie als solches enttarnt hat und alle, die eine natürliche Todesursache vermutet haben, eines besseren zu belehren. Für alle, die keine Fans von Schlangen am Cover sind - man kann den Umschlag runternehmen ;)

   
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Constanze Dennig, Abgetaucht. Alma Liebekinds 1. Fall. Ein Wien-Krimi, Amalthea, 2014,

284 S., Hardcover, Eur 19,95

Dr. Alma Liebekind-Spanneck ist Psychiaterin, ihr Forschungsgebiet »Die Wahl der Todesart bei Suizid nach Kriterien der Psychopathologie«. Beim Fall einer weiblichen Leiche, die aus dem Wiener Donaukanal gefischt wurde, fallen ihr Ungereimtheiten auf und sie beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Da für spannt sie Manfred, einen schrulligen Gerichtsmediziner, ein und schließt sich der Puppentheatergruppe an, in der die Tote mitgespielt hat. Deren Leiter, ein selbst ernannter Guru, der Alma an die Wäsche will, ist bald ihr Hauptverdächtiger. Um ihn zu überführen, bringt sich Alma selbst in Lebensgefahr. Gäbe es da nicht Almas Freundin Erika, die Kommissarin, und vor allem ihre schlaue Mutter, würde Almas Neugierde sie wohl Kopf und Kragen kosten …

Mit ihrem ersten Krimi erobert die Wiener Psychiaterin Dr. Alma Liebekind-Spanneck die Herzen von Krimi-Liebhaber/innen im Sturm. Mit quirliger Dynamik, Charm und wenn es der Sache dient auch Sexappeal, sowie unterstützt von ihrer über 80jährigen und genauso hartnäckigen Mutter, besorgt sich Alma alle Informationen, die sich braucht, um letztlich den Täter zur Strecke zu bringen.

   
Grand Prix / Bruno, Chef de police Bd.9

Martin Walker, Grand Prix. Der 9. Fall für Bruno Chef de police. Roman. Diogenes, 2017, 384 S., Eur 24,70

Es ist Hochsommer im Périgord und Hochsaison für ausgedehnte Gaumenfreuden und Fahrten mit offenem Verdeck durch malerische Landschaften. Eine Oldtimer-Rallye, von Bruno, Chef de police, organisiert, bringt auch zwei besessene junge Sammler nach Saint-Denis. Sie sind auf der Jagd nach dem begehrtesten und wertvollsten Auto aller Zeiten: dem letzten von nur vier je gebauten Bugattis Typ 57SC Atlantic, dessen Spur sich in den Wirren des Zweiten Weltkriegs im Périgord verlor. Ein halsbrecherisches Wettrennen um den großen Preis beginnt.

Wie jeder Martin Walker bisher einfach purer Lese- und Lebensgenuss, noch mehr im Angesicht der Morde....und mit Hingabe recherchierter Stoff für eine gute Geschichte.

   
Stille Wasser / Commissario Brunetti Bd.26

Donna Leon, Stille Wasser. Commissario Brunettis 26. Fall. Diogenes, 2017, 343 S., Eur 24,70

Auch wenn es anfangs nur ein fingierter Schwächeanfall war, geht Commissario Brunetti auf das Angebot der Ärztin ein, ihn krankzuschreiben und zieht sich in die Villa von Paolas Verwandten aufs Land zurück. Doch schon bald holt der Tod ihn auch dort ein und er muss vom Ruhe suchenden Gast wieder in die Rolle des ermittelnden Commissarios zurück...

Der sonst so unermüdlich die Wahrheit aufdeckende Commissario wirkt bei diesem Fall ein wenig müde und überdrüssig der Venezianischen Intrigen auf höchster politischer Ebene...

   
Gray

Leonie Swann, Gray. Kriminalroman. Goldmann, 2017, 415 S., Eur 20,60

Dr. Augustus Huff, Dozent an der berühmten Universität von Cambridge, hat plötzlich ein Problem: einer seiner Studenten ist in den Tod gestürzt. Nur ein tragischer Unfall oder Mord? Augustus vermutet Letzteres, denn das Opfer war alles andere als ein Engel. Ein Mörder im Elfenbeinturm – das darf nicht sein, und so macht sich Augustus, unterstützt von Gray, dem Graupapageien des Verstorbenen, auf die Suche nach dem Täter. Der Vogel erweist sich aber als vorlautes Federvieh, und zuerst stolpert Augustus von einem Fettnäpfchen in das nächste. Doch schon bald ist es Gray, der die richtigen Fragen stellt und Augustus begreift: nur gemeinsam können sie es schaffen, diese harte Nuss von einem Fall zu knacken.

Als Garou- und Glennkill-verwöhnte Leserin kommt "Gray"für mich vom humoristischen Unterhaltungswert nicht an seine blöckenden Vorgänger heran und über die ersten Seiten musste ich mich etwas durchkämpfen, es hat sich aber letztlich gelohnt. Von der Gesamtqualität und den gut recherchierten und sich letztlich zusammenfügenden Handlungssträngen sicher Leonie Swanns bestes Buch.

   
Aus.Amen!

Walter Müller, AUS. AMEN! Krimi. Molden, 2012, 167 S., Eur 19,99

Wir haben lange überlegt, ob wir dieses Buch in die Kategorie "Spannung" geben oder doch lieber unter "Entspannung" wegen des hohen Unterhaltungswertes. Weil es ein Krimi ist, ist es schließlich doch hier gelandet. Gehören würde es in die Kategorie "Humor". Sie werden es bis zur letzten Seite nicht mehr aus der Hand legen und sich phasenweise "zerkugeln". Mord, Selbstmord oder Unfall ist die Frage als der Autor Martin Klinger tot in seiner Wohnung aufgefunden wird, begraben unter seinem Bücherregal mit reichem Inhalt. Das Unterhaltsame an diesem Krimi ist, dass der Tote aus dem Jenseits alles mithört, die Sanitäter, die Polizisten, seine Putzfee, die Nachbarn....und ständig seinen Kommentar dazu abgibt, weil das Fremdbild und alle Hypothese die Tatsachen so gar nicht treffen. Und weil sein Tod auch für ihn sehr unerwartet kam, hat er natürlich keine Vorkehrungen getroffen, was dazu führt, dass nun alles anders läuft als er sich seinen Abgang gewünscht hatte. Spätestens nach der Lektüre dieses Buches schreiben Sie Ihr Testament, auch wenn Sie, so wie Martin Klinger, eigentlich gar nicht viel hinterlassen außer Rätsel ;))"