DNA

Yrsa Sigurdardóttir, DNA. Thriller, 2016, 479 S., Eur 20,60

 

Kein Buch für schwache Nerven! Wenn man es nicht nach dem ersten Mord ob seiner Abartigkeit und Grausamkeit aus der Hand gelegt hat, erschließen sich den LeserInnen nach und nach neue unerwartete Wendungen, die Stück für Stück am Ende ein komplettes Puzzlebild ergeben. Sie werden es schnell ausgelesen haben!

   
9783426199398

Volker Klüpfel, Michael Kobr, Himmelhorn. Kluftingers neuer Fall. Droemer, 2016, 493 S,

Eur 20,60

Der neunte Fall der Bestseller-Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr führt den Kult-Kommissar Kluftinger in die Allgäuer Alpen, genauer gesagt auf das Himmelhorn, einen der gefährlichsten Berge des Allgäus. Natürlich liebt Klufti die Berge – wenn sie kässpatzenförmig auf seinem Teller aufragen. Doch der neueste Streich von Gesundheitsfetischist Langhammer befördert den Kommissar samt E-Bike tief in die Allgäuer Alpen, wo die beiden prompt auf drei Leichen stoßen: ein bekannter Dokumentarfilmer und zwei einheimische Bergführer, die einen Film über die Erstbesteigung des Himmelhorns drehen wollten. Wie es scheint, waren sie dem als äußerst gefährlich geltenden Gipfel nicht gewachsen. Die Ermittlungen im Umfeld der Toten führt Klufti in sehr abgelegene Alpentäler und zu deren starrköpfigen Bewohnern, die noch wortkarger sind als er.

Wer vor dem Einschlafen gerne einen gehaltvollen Krimi liest und dabei nicht das blanke Grauen im Nacken sitzen haben möchte, sondern lieber herzhaft Tränen lacht, der ist mit dem neuen "Kluftiger" bestens beraten. Und der hat diesmal fast 500 Seiten! Also wirklich Lesevergnügen fast ohne Ende.

   
9783426281369

Thomas Raab, Der Metzger. Kriminalroman, Droemer, 2016, 333 S., Eur 20,60

 

Es ist bereits der 7. Ermittlungsfall für den Möbelrestaurator und Hobbydetektiv Willibald Adrian Metzger, und doch dauert es einige Seiten sich in Thomas Raabs Satzstil einzulesen und auch inhaltlich führt er in seinem neuen Metzger-Krimi die Leserinnen und Leser lange an der Nase herum. Und manchmal hat man fast das Gefühl ein bisschen eigene Erfahrungen mit Kritikern spielen auch hinein...

Für alle LiebhaberInnen der Werke des österreichischen Bestsellerautors Thomas Raab.

   
Eskapaden

Martin Walker, Eskapaden. Der achte Fall für Bruno Chef de police. Roman. Diogenes, 2016, 390 S., Eur 24,70

Auch in seinem 8. Fall ist Bruno, Chef de police vom sonst idyllischen Städtchen Saint-Denis, kein Kostverächter – in jeder Hinsicht. Für seine Vorgesetzen und Kollegen zaubert er zu jeder Tages- und Nachtzeit unwiderstehliche Gerichte aus frischen Zutaten der Region und seines eigenen Hausgartens, außer Haus gipfelt die Kulinarik in den Schilderungen diverser Ein-ladungen und eines Wildschwein-Barbecues seiner Jagdfreunde. Doch als er diesmal bei einer attraktiven Politikerin schwach wird, kostet ihn das fast sein Leben. Und selbstverständlich alles eingebettet wie seine patés in Trüffeln, in eine fesselnde Beschreibung militärischer Großtaten des Normandie-Njemen-Geschwaders französischer Jagdflieger an der Ostfront und Einzelheiten des Putschversuchs gegen Michail Gorbatschow und die Gefahr durch Rotwild, das in Frankreich jährlich 40.000 Verkehrsunfälle verursacht. Viel Inhalt und immer gut verdaulich!

   
Ewige Jugend

Donna Leon, Ewige Jugend. Commissario Brunettis 25. Fall. Diogenes, 2016, 322 S., Eur 24,70

Mit einem Gefühl von Gerechtigkeit enden alle Brunetti-Romane, dieser zusätzlich noch mit ergreifender Rührung. Es ist diesmal kein aktuelles Verbrechen dem der Commissario auf die Spur kommen muss, sondern ein lange zurückliegendes Ereignis, das bis dato auch niemand für ein Verbrechen gehalten hat, sondern nur für einen unglücklichen Unfall. Bis Brunetti auf Bitte einer alten Freundin seiner Schwiegermutter beginnt, sich dafür zu interessieren. Dann lässt auch ein Mord nicht lange auf sich warten. Unterstützt durch Kommissarin Griffonis Kenntnisse der Reiterszene und Signorina Elettras Recherchen, lassen sich Vianello und Brunetti nicht von ihrem Gefühl abbringen, dass es am Ende doch wieder um verbrecherische Machenschaften geht, die unbarmherzig aufgedeckt gehören.

   

Teresa Pütz (Hg.) Ausgezeichnete Morde. Droemer, 2016, 316 S., Eur 10,30

Sie wurden vielfach ausgezeichnet. Sie garantieren Spannung. Und sie sind Wiederholungs-täter, die für diese besonders schön ausgestattete Best-of-Crime-Anthologie in die Tasten gegriffen habenund seitenweise Nervenkitzel verbreiten: Sebastian Fitzek, Val McDermid, Friedrich Ani, Judith W. Taschler, Mechtild Borrmann, Nina George, Tatjana Kruse, Judith Merchant, Wolfram Fleischhauer, Thomas Kastura und Harald Gilbers.

Wirklich SEHR gelungen!!

   

Pierre Martin, Madame le Commissaire und der Tod des Polizeichefs. Eine Provence-Krimi. Knaur, 2016, 362 S., Eur 10,30

Das Sirren der Zikaden, der würzige Duft von Lavendel und hinter sanft geschwungenen Hügeln das azurblaue Meer. Das Dörfchen Fragolin im Hinterland der Côte d’Azur ist der ideale Ort, um die Seele baumeln zu lassen – doch Kommissarin Isabelle Bonnet ist damit beschäftigt herauszufinden, ob der Polizeichef wirklich aufgrund einer harmlosen Krebsdiagnose Selbstmord begangen hat. Ihr Assistent recherchiert in der Zwischenzeit zu einem länger zurückliegenden Überfall auf einen Juwelier bei dem dessen Ehefrau und eine Kundin ermordet wurden. Über 360 Seiten Spannung und Eintauchen in das Leben an Frankreichs Côte d’Azur. Sie werden auch die anderen Bände von Madame le Commissaire haben wollen!

   
Die Schattenbucht

Eric Berg, Die Schattenbucht. Kriminalroman, LIMES, 2016, 410 S., Eur 15,50

Ohne ersichtlichen Grund und ohne emotionale Regung springt Marlene Adamski vom Balkon ihres Hauses in die Tiefe. Sie überlebt, spricht seither jedoch kein Wort mehr. Psychologin Ina Bartholdy findet keine Erklärung für das Verhalten der 62-jährigen Bäckersfrau, doch der Fall lässt sie nicht los. Zu Hause im mecklenburgischen Prerow, wird Marlene scheinbar liebevoll umsorgt. Doch das Verhalten ihres Ehemanns macht Ina stutzig. Keine Sekunde lässt er sie mit Marlene allein, will offensichtlich verhindern, dass sie mit Ina spricht. Was hat dieser Mann zu verbergen? Und was hat er mit den merkwürdigen Vorfällen zu tun, die sich in Prerow häufen?

Ein sehr dichter Kriminalfall in den direkt und indirekt viel mehr Personen verstrickt sind, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Die Spannung erhöhen Rückblenden zu den Ursprüngen des Verbrechens, die sich mit der aktuellen Recherche der Psychologin, die selbst immer mehr in den dichten Sog hineingezogen wird, abwechseln. Und wenn alles offen vor den LeserInnen ausgebreitet ist, bleiben noch die ethischen Fragen, die aus der Aussage resultieren, was Menschen tun würden, wenn sie 100%ig wüssten, dass man ihnen nicht auf die Schliche käme... Wo liegt IHRE Grenze?

   
Donna Leon  |  Endlich mein  |  Roman, Hardcover Leinen, 320 Seiten | € (D) 24.00 / sFr 32.00* / € (A) 24.70

Donna Leon, Endlich mein. Commissario Brunettis 24. Fall. Diogenes, 2015, 307 S., Eur 24,70

Dieser Band (ausnahmsweise ein zweiter in diesem Jahr, damit das Warten etwas verkürzt wird)

ist für all jene, die immer schon wissen wollten, was Commissario Brunetti macht, wenn es gerade keinen Mord aufzuklären gibt - er jagt gefährliche Stalker; genau genommen eine Stalkerin, die der

- den treuen LeserInnen schon aus Venezianischem Finale bekannten - Sopranistin Flavia Petrelli nachstellt...und das schon durch mehrere Länder. Schließlich ist es wieder Guido Brunetti, der die Fäden richtig zusammenführt und so auf die richtige Fährte kommt. Mit halsbrecherischem Ende für die arme unverstandene Seele!

   
Aus.Amen!

Walter Müller, AUS. AMEN! Krimi. Molden, 2012, 167 S., Eur 19,99

Wir haben lange überlegt, ob wir dieses Buch in die Kategorie "Spannung" geben oder doch lieber unter "Entspannung" wegen des hohen Unterhaltungswertes. Weil es ein Krimi ist, ist es schließlich doch hier gelandet. Gehören würde es in die Kategorie "Humor". Sie werden es bis zur letzten Seite nicht mehr aus der Hand legen und sich phasenweise "zerkugeln". Mord, Selbstmord oder Unfall ist die Frage als der Autor Martin Klinger tot in seiner Wohnung aufgefunden wird, begraben unter seinem Bücherregal mit reichem Inhalt. Das Unterhaltsame an diesem Krimi ist, dass der Tote aus dem Jenseits alles mithört, die Sanitäter, die Polizisten, seine Putzfee, die Nachbarn....und ständig seinen Kommentar dazu abgibt, weil das Fremdbild und alle Hypothese die Tatsachen so gar nicht treffen. Und weil sein Tod auch für ihn sehr unerwartet kam, hat er natürlich keine Vorkehrungen getroffen, was dazu führt, dass nun alles anders läuft als er sich seinen Abgang gewünscht hatte. Spätestens nach der Lektüre dieses Buches schreiben Sie Ihr Testament, auch wenn Sie, so wie Martin Klinger, eigentlich gar nicht viel hinterlassen außer Rätsel ;))"