Das Café der kleinen Wunder

Nicolas Barreau, Das Café der kleinen Wunder. Roman. Piper, 2017, 357 S., Eur 10,30

Nelly liebt das Lesen und die Langsamkeit, glaubt an Zeichen und ist unglücklich verliebt. Eines Tages begegnet ihr in einem alten Buch ein rätselhafter Satz – und kurz entschlossen tut sie, was sie nie für möglich gehalten hätte: Sie hebt all ihr Geld ab, kauft sich eine rote Handtasche und verlässt Hals über Kopf Paris, um der Spur des Buches nach Venedig zu folgen. Ihre Reise führt sie tief ins Herz der Lagunenstadt, die nicht nur die Begegnung mit einem charmanten Venezianer für sie bereithält, sondern auch ein zauberhaftes kleines Café, in dem Geheimnisse warten und Wunder möglich sind.

Romantik pur....für alle, die an Wunder glauben wollen, weil sie täglich irgendwo passieren.

   
Venezianische Liebe

Gisa Pauly, Venezianische Liebe. Roman, Pendo, 2017, 318 S., Eur 15,50

Hochzeit in Venedig! Maria ist hingerissen, als ihre Tochter Amelie ihr die Vorbereitungen für das Fest überlassen will. Sie kann ja nicht ahnen, dass sie es nicht nur mit Gästelisten und Tischdekorationen zu tun bekommen wird, sondern vor allem mit ihrer Vergangenheit: Leander, der Mann, mit dem sie ein Geheimnis teilt, steht verkleidet auf dem Markusplatz und geigt! Vor zehn Jahren wurde er für tot erklärt, und jetzt verdient er sich als Straßenmusiker seinen Lebensunterhalt. Maria wirft die High Heels von sich und läuft ihm nach. Dumm nur, dass sie nicht die Einzige ist, die ihn erkannt hat, es haben einige ein fettes Hühnchen mit Leander zu rupfen … eine Jagd mit vielen Lügen quer durch alle an den Hochzeitsvorbereitungen Beteiligten und durch Venedig beginnt...

Allein durch die Vielzahl an Beteiligten ein Roman, den man gerne in einem Stück liest, um den Überblick nicht zu verlieren und am Ende ist es sehr schade, dass er aus ist. Sicher das bislang beste Buch von Gisa Pauly, besonders die zart zwischen zwei Gondeln eingestreuten Rückblenden in Form von Zeitungsberichten oder Briefen und Marias Versuche sich durch Nachahmung der Körperhaltung und des Gesichtsausdrucks in andere Menschen hineinzuversetzen haben Tiefe und Charme.

   
Die Zitronenschwestern

Valentina Cebeni, Die Zitronenschwestern. Roman. Penguin, 2017, 447 S., Eur 10,30

Elettras früheste Kindheitserinnerung ist der Duft von Anisbrötchen. Ihre Mutter war eine begnadete Bäckerin, deren Köstlichkeiten direkt den Weg zum Herzen der Menschen fanden. Doch seit sie schwer erkrankt ist, steuert die Bäckerei der Familie auf den Bankrott zu. Und Elettra ist ganz auf sich allein gestellt, denn sie erfuhr nie, wer ihr Vater ist. Als sie von einer kleinen Insel im Mittelmeer hört, auf der ihre Mutter die glücklichste Zeit ihres Lebens verbracht haben soll, reist sie kurz entschlossen dorthin. Inmitten von Zitronenhainen stößt sie auf ein verlassenes Kloster, das eine alte Liebe verbirgt...

Urlaubslektüre vom Feinsten drückt es nur zum Teil aus. Valentina Cebeni hält die Spannung um das Geheimnis von Elettras Mutter bis zum Ende aufrecht und erzählt bewegend wie ein ganzer Ort zu Unrecht an Frauen schweigt und sich manipulieren lässt. Doch Elettras Hartnäckigkeit und Energie übertragen sich langsam auf alle, die mit ihr leben...und irgendwann findet ihre Mutter ihren Frieden und Elettra die große Liebe.

 

   
Am anderen Ende der Nacht (Die China-Trilogie 3)

Jan-Philipp Sendker, Am anderen Ende der Nacht. Roman, Blessing, 4. Aufl. 2016, 351 S.,

Eur 20,60

Auf einer Chinareise erleben Paul und Christine einen Albtraum: Ihr vierjähriger Sohn wird entführt. Zwar gelangt David durch glückliche Umstände wieder zu ihnen, doch die Entführer geben nicht auf, sie wollen ihn zurück. Der einzig sichere Ort für die Familie ist die amerikanische Botschaft in Peking. Aber Bahnhöfe, Straßen und Flughäfen werden überwacht. Ohne Hilfe haben sie keine Chance, dorthin zu gelangen. Wer ist bereit, ihnen Unterschlupf zu gewähren und dabei sein Leben aufs Spiel zu setzen? Wem können sie trauen?

Ein Horrorszenario für alle Eltern beschreibt Jan-Philipp Sendker mit sehr feinen, leisen Tönen in vielen Dialogen und seiner ganzen Schwere, die noch dadurch an Gewicht gewinnt, weil Paul schon einen Sohn verloren und dessen Tod nie überwunden hat. Darunter leidet auch die Beziehung zu Christine...

 

   
Die Eule, die gern aus dem Wasserhahn trank

Martin Windrow, Die Eule, die gerne aus dem Wasserhahn trank. Mein Leben mit Mumble. Piper, 2016, 320 S., Eur. 10,30

Eule Mumble war noch ein flauschiges Küken, als Martin Windrow sie bei sich aufnahm. 15 Jahre lang sollten die beiden unzertrennlich bleiben. Anrührend und charmant erzählt der Brite, wie die kleine Eule seinen Alltag auf den Kopf stellt. Doch sein Buch ist mehr als die herzer-wärmende Freundschaft zwischen einem Exzentriker und einer Eule.

In dem Buch beschreibt Martin Windrow nicht nur seine Beziehung zu seiner Eule Mumble (und zu Wellington, aber wer oder was das ist, müsst ihr selbst herausfinden), sondern man lernt auch viel Wissenswertes über Eulen. (sofa)

   

Mein Zaubergarten. Entspannt malen und kreativ sein mit schönen Geschichten zum Zuhören. 2 CDs (2 h 30 Min) mit 16 Geschichten und 10 Ausmalvorlagen. Der Hörverlag, 2017, Eur 16,90

Ausmalen ist das neue Yoga. 2 CDs mit den Geschichten: Hermann Hesse: Im Garten; 

Elisabeth von Arnim: Aus dem Tagebuch; Hugo von Hofmannsthal: Lob des Gartens; 

Giovanni Boccaccio: Das Dekameron (Ausschnitt); Doris Lessing: Der Granatapfel; 

Theodor Fontane: Der Eibenbaum im Parkgarten des Herrenhauses; Ein Sommer in London. Richmond; Karel Čapek: Wie man einen Garten anlegt; Plinius der Jüngere: Römische Gärten; Hans Christian Andersen: Wer war die Glücklichste?; Manfred Kyber: Maimärchen; 

Erwin Strittmatter: Lob auf den Juni; Alphonse Daudet: Die Apfelsinen; Jacob und Wilhelm Grimm: Schneeweißchen und Rosenrot; Von dem Sommer- und Wintergarten; 

Johannes Roth: Was macht der Gärtner im Winter?
Gelesen von Stefan Wilkening, Sabine Kastius, Cécilia Wortmann, Juliane Köhler, Dr. Franziska Augstein, Eva Gosciejewicz, Nico Holonics, Laura Maire und Katharina Thalbach.

Für entspannte fernsehfreie Abende und auch für den Einsatz in der Schule.

   

Maxence Fermine, Schnee. Unionsverlag, 2016, 106 S., Eur 18,50

Drei Leidenschaften hat Yuko Akita - Haikus und Schnee und die magische Zahl 7.

Und so versucht er den Winter lang Schnee in den 17 Silben eines Haikus zu beschreiben - 77 Haikus pro Winter...und so berührend, dass selbst der Kaiser ihn an seinen Hof holen möchte. Doch Yuko ist seine Leistung noch nicht genug und er macht sich auf zu Soseki, einem Meister der Gedichte, der Musik und der Malerei. Und dort erfüllt sich sein Schicksal und auch das von Soseiki nimmt noch einmal eine Wendung hin zum inneren Frieden.

Ein Buch das einen nicht mehr loslässt, selbst wenn man es schon längst aus der Hand gelegt hat.

   

Galsan Tschinag, Liebesgedichte. Unionsverlag, 2016, 108 S., Eur 18,50

"Ein Gedicht lebt, wie jedes Kunstwerk auch, von einem inneren Bild", schreibt Galsan Tschinag im Nachwort seiner Liebesgedichte. Mit eigenwilligen, starken, poetischen Wendungen spricht er sein Gegenüber im Herzen an. Er wandert Bergketten entlang, legt sich unter Grasdecken und wispert nachts an dunklen Flüssen ins Ohr der Geliebten.

In Leinen gebunden sehr empfehlenswert als Geschenk für Männer, die selbst der Worte nicht so mächtig sind, an ihre Geliebte.

   

Katherine Wilson, Amore al dente. Wie mir das Schicksal die beste Schwiegermutter der Welt bescherte, ich die italienische Kochkunst entdeckte und in Neapel die große Liebe fand. Knaur, 2016, Hardcover, 318 S., Eur 17,50

Im Anschluss an ihr Studium reist Katherine Wilson nach Neapel...und blieb! Ihr erstes Date hatte sich die junge Amerikanerin zwar anders vorgestellt, denn statt in ein lauschiges Restaurant fährt Salvatore sie nach Hause zu seiner Mamma. Doch diese steht elegant gestylt und gut gelaunt am Herd und kocht für die Famiglia. Für Salvatore. Für die Schwester mit den unglaublich blauen Augen. Und für den Vater, der nichts mehr genießt als gutes Essen. Und kaum nimmt Katherine den ersten Bissen, da fühlt sie, dass sie angekommen ist bei sich und im Herzen von Salvatores Großfamilie. Erst pasta al dente dann l’amore.

Eine unwiderstehlich charmante, lebensfrohe und genussreiche autobiographische Geschichte...mit Rezepten der wunderbaren Schwiegermama! Ein Muss für alle Italienfans und alle, die die italienische Küche lieben!

   
Christoph Poschenrieder  |  Mauersegler  |  Roman, Hardcover Leinen, 224 Seiten | € (D) 22.00 / sFr 30.00* / € (A) 22.70

Christoph Poschenrieder, Mauersegler. Diogenes, 2015, 219 S., Eur 22,70

Man kann nicht früh genug damit anfangen, sich Gedanken ums Älterwerden zu machen.

Um´s wie und wo und mit wem. Denn vielleicht werden wir nicht älter, sondern auf faltige Weise jünger?

Wer mit der Idee einer WG mit Freunden im Alter liebäugelt, anstatt seinen Lebensabend in einer "Generaldirektorenaufbewahrungsanstalt" verbringen zu wollen, dem sei dieses Buch von Christoph Poschenrieder ans Herz gelegt, der bis ins kleinste Detail einen Einblick gibt, wie man es angehen könnte und wie es letzten Endes dann ganz anders kommen kann. Sprachlich zum nicht aus der Hand legen und durchaus mit Humor und einer Zukunftsperspektive, bleiben doch ein modriger Geruch und ein beklemmendes Gefühl zurück...  Äußerst lesenswert!

   
Produkt-Information

Günter Grass, Vonne Endlichkait. Steidl, Göttingen, 2015, 176 S., Eur 28,-- (D)

Mit diesem künstlerisch besonders liebevoll mit Zeichnungen von Günter Grass, Sarah Winter und Gerhard Steidl ausgestaltetem Buch verabschiedet sich Günter Grass für immer von dieser Welt. Umso wertvoller ist dieses, sein letztes Werk, für alle Kenner und Liebhaber dieses Autors. Die Lyrik und Prosa ist verspielt, verträumt und vielschichtig - ein inneres Feuer das die Leser/innen erfasst, ein fast heiterer und leichter Abgang des Künstlers...

   

Bobby Anders, Hinter Eis. Roman. PROverbis, 2010, 271 S., Eur 19,95

Daciní Franschitzky lebt als gut situierte Wirtschaftsmanagerin in einer von Frauen dominierten Welt, in der Männer nur noch in tiefgefrorenem Zustand als „subhumane Wesen“ existieren und zu sexuellen Zwecken aufgetaut werden.

Ihr Leben nimmt eine radikale Wende, als sich eines dieser Sexualspielzeuge entgegen jeder Erwartung als sensibles Geschöpf erweist und sie sich verliebt.

Anfangs wehrt sich Daciní gegen ihre vom System untersagten Gefühle, bis schließlich der Entschluss in ihr reift, alle Regeln zu brechen. Plötzlich findet sie sich in einem Geflecht aus Macht und Ideologie, Intrige und Wertelosigkeit, in dem ihr Schicksal nur noch von der Loyalität ihrer besten Freundin abhängt.

Doch diese scheint eigene Ziele zu verfolgen ...

"Prickelnde Spannung für alle Frauen, die ihre Männer gerne einmal für einige Zeit einfrieren

würden ;-)"

 

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